← Zurück zur Startseite

Travel Risk Management und Duty of Care

Wir bauen das Travel-Risk-Programm, das Ihr Unternehmen rechtlich und praktisch braucht. Es legt fest, welche Reise eine Freigabe braucht, was die reisende Person vor Abflug erfährt, wer um drei Uhr Ortszeit ans Telefon geht und was tatsächlich passiert, wenn die Antwort Evakuierung lautet.

Was die Arbeit umfasst

Ein Travel-Risk-Programm besteht aus den Entscheidungen, die es Ihnen abnimmt. Wir beginnen bei den Reisen, die Sie wirklich machen, und bewerten jedes Ziel im Verhältnis dazu, wer dorthin fliegt. Denn eine Ingenieurin, die allein nach Port Harcourt fliegt, und ein zweitägiger Vorstandsbesuch in Dubai sind bei gleicher Länderbewertung nicht dasselbe Risiko. Daraus ergeben sich die Freigabeschwellen, die Pre-Travel-Briefings und die Eskalationskette, die aus einem Anruf eine Entscheidung macht. Und daraus ergibt sich, was an Tracking und Check-ins wirklich hilft und was wir Ihnen ausreden.

Wo Programme scheitern

Am Ende der Kette. Eine Richtlinie, die auf eine Notfallnummer verweist, ohne benannten Dienstleister, ohne geklärte Kostenübernahme für die Evakuierung und ohne Klinik, die den Patienten auch annimmt, fällt beim ersten echten Vorfall aus. Von diesem Moment aus planen wir rückwärts.

Am häufigsten passiert das über die App. Ein Werkzeug, das Länderbewertungen anzeigt und der reisenden Person einen Notfallknopf gibt, ist durchaus nützlich, aber es ist kein Programm. Der Knopf löst irgendwo eine Meldung aus. Über den Ausgang entscheidet, wer auf der anderen Seite sitzt, was diese Person ohne Rückfrage veranlassen darf, ob vorher eine aufnehmende Klinik abgestimmt wurde und wer das Flugzeug bezahlt. Die App zu kaufen und das für erfüllte Fürsorgepflicht zu halten, ist die Einsparung, die man uns am häufigsten zur Prüfung vorlegt.

Zwei weitere liegen knapp dahinter. Eine Länderbewertung, die einmal eingekauft und nie auf die Reisen angewendet wird, die Ihre Leute wirklich machen. Und ein Briefing als PDF, das niemand liest, und niemand hält fest, dass es gelesen wurde. Alle drei kosten wenig, und alle drei hinterlassen eine Aktenlage darüber, was eingekauft wurde, und keine darüber, was getan wurde.

Wer vor Ort ausführt

Wir planen und steuern. Fahrer, Klinik, Begleitschutz und Flugzeug sind lokal, und zwar bewusst. Ein Team vor Ort kennt sein Terrain besser als jedes eingeflogene. Unsere Aufgabe ist, in jedem Land des Programms denselben Standard zu halten. Wir wählen die Anbieter aus, prüfen sie, briefen sie auf einen schriftlichen Standard, auditieren die Leistung und bleiben Ihr einziger Ansprechpartner.

Das ist nicht nur gute Praxis. Sobald Beschäftigte mehrerer Arbeitgeber an einem Ort tätig werden, trifft die Pflicht zur Abstimmung auch Sie, und ebenso die Pflicht, sich zu vergewissern, dass die Leute des anderen Unternehmens angemessen unterwiesen wurden. Das steht in nahezu jedem Arbeitsschutzrecht, unter dem wir arbeiten. Diese Vergewisserung nehmen wir Ihnen ab und dokumentieren sie.

Woran wir uns messen

ISO 31030:2021Travel Risk Management, Leitfaden für Organisationen. Ein Leitfaden, keine zertifizierbare Norm. Niemand ist „nach ISO 31030 zertifiziert“. Wir nutzen sie als Messlatte für das Programm.
ISO 31000:2018Der Rahmen dahinter. Er umfasst Kontext, Bewertung, Behandlung und Überwachung.
Fürsorgepflicht als internationaler MaßstabSeit Juni 2022 zählt ein sicheres und gesundes Arbeitsumfeld zu den Grundprinzipien und Rechten bei der Arbeit der Internationalen Arbeitsorganisation, und die Übereinkommen 155 und 187 gelten seither als Kernübereinkommen. Der Anspruch gilt damit in allen Mitgliedstaaten, unabhängig davon, ob ein einzelnes Land ratifiziert hat. Das ist der Maßstab, an dem sich ein Programm international messen lassen muss.
ISO 45001:2018Die zertifizierbare Managementsystem-Norm für Arbeits- und Gesundheitsschutz. Ihr Anwendungsbereich richtet sich nach Kontrolle und nicht nach Anstellung, deshalb erfasst sie auch Auftragnehmer und Fremdpersonal, soweit Sie deren Arbeit steuern. Reisende und entsandte Beschäftigte benennt sie allerdings nicht ausdrücklich. Genau diese Lücke schließt ISO 31030, weshalb beide zusammengehören.
Nationale UmsetzungenHier stehen die länderspezifischen Vorschriften, damit das Programm selbst international bleiben kann. In Deutschland die Fürsorgepflicht aus § 618 BGB und das Arbeitsschutzgesetz, dessen § 8 den Fall regelt, dass Beschäftigte mehrerer Arbeitgeber an einem Ort tätig werden, nahezu wortgleich wiederholt in § 6 der DGUV Vorschrift 1. In den Vereinigten Staaten die General Duty Clause des OSH Act für Gruppen mit US-Gesellschaft. Sie ersetzen den internationalen Maßstab nicht, sondern konkretisieren ihn, und wir wenden die an, die Ihr Unternehmen erreichen.
GefährdungsbeurteilungOb nationales Arbeitsschutzrecht über die eigene Grenze hinaus wirkt, ist umstritten und je nach Land verschieden beantwortet. Praktisch macht das wenig Unterschied, weil die zivilrechtliche Fürsorgepflicht mitreist und die Unfallversicherungsträger eine Beurteilung vor und während einer Entsendung erwarten. Wer für Reisen nie eine erstellt hat, hat eine Lücke, die im Ernstfall aktenkundig wird.
NachweiseDieses Register nennt die Standards, nach denen wir arbeiten. Die persönlichen Qualifikationen dahinter erhalten Klienten vollständig über einen verschlüsselten Kanal, prüfbar bei den ausstellenden Stellen.

Häufige Fragen

Wer geht nachts ans Telefon?

Das hängt vom Mandat ab, und Sie erfahren vorher, was Sie bekommen. Für ein einzelnes Projekt kann das eine benannte Rufbereitschaft bei uns sein. Für ein laufendes Programm arbeiten wir mit Partner-Leitstellen, also durchgehend besetzten Global Security Operations Centers, die wir in jeder Region einsetzen und bei denen unser Verfahren und Ihre Eskalationskette hinterlegt sind.

Was wir nicht tun, ist eine Nummer in eine Richtlinie zu schreiben und offenzulassen, wer daran sitzt. Wer abnimmt, was diese Person allein entscheiden darf und ab wann wir dazukommen, steht im Programm.

Wir haben eine Reiseversicherung und eine Assistance. Ist das ein Travel-Risk-Programm?

Nein. Die Versicherung zahlt danach, die Assistance, also der Notfalldienstleister im Hintergrund, reagiert auf einen Anruf. Keine von beiden entscheidet, ob die Reise stattfinden soll, brieft die reisende Person oder sagt der Person, die bei Ihnen die Rufbereitschaft hat, was in den zwanzig Minuten zu tun ist, bevor die Assistance abnimmt. Genau diese Teile senken die Zahl der Zwischenfälle.

Rechtlich reicht es ebenfalls nicht. Die Fürsorgepflicht verlangt Beurteilung, Unterweisung und Vorsorge, alles Arbeit vor der Reise. Eine Assistance-Nummer im Ausweisetui weist keinen dieser drei Punkte nach. Versicherung und Assistance gehören in ein Programm, als dessen letzte Stufe.

Wie lange dauert der Aufbau?

Eine Zahl wäre hier unseriös, weil die Spanne echt ist. Eine einzelne Reise oder ein Projekt über wenige Tage lässt sich kurzfristig absichern, notfalls in Tagen. Eine belastbare Reiserichtlinie für ein ganzes Unternehmen dauert Wochen, weil Freigabestufen, Briefings und Eskalationskette mit Personalabteilung, Betriebsrat und Datenschutz abgestimmt sein wollen. Soll zusätzlich ein Krisenstab aufgebaut, besetzt und geübt werden, reden wir über Monate.

Nach dem ersten Gespräch sagen wir Ihnen, in welcher dieser drei Größenordnungen Sie liegen, und wir sagen es auch dann, wenn die ehrliche Antwort größer ist als das, was Sie hören wollten.

Gilt das auch für Freelancer und Subunternehmer?

Ja, und das muss es auch, selbst wenn die Pflicht hier aus einer anderen Richtung kommt als bei eigenen Angestellten. Für die Menschen auf Ihrer Gehaltsliste gilt die arbeitsrechtliche Fürsorgepflicht. Alle anderen fallen unter die oben beschriebene Abstimmungspflicht, die entsteht, sobald Beschäftigte mehrerer Arbeitgeber an einem Ort tätig werden. Hinzu kommt das Auswahlverschulden. Wer einen Dienstleister beauftragt, den er nicht geprüft hat, muss für diese Auswahl geradestehen.

Praktisch heißt das, den Geltungsbereich Ihrer Reiserichtlinie schon vor dem ersten Ernstfall über den Kreis der Angestellten hinaus zu definieren. Und es heißt, dass das Briefing an den Fahrer des Subunternehmers zu Ihren Pflichten gehört, nicht zu seinen allein. Wir dokumentieren beides, das Briefing und die Vergewisserung, damit Sie die Pflichterfüllung im Ernstfall auch belegen können.

Tracken Sie unsere Reisenden?

Das hängt vom Ziel ab, und die Antwort ist öfter ja, als die Frage erwartet. In manchen Gegenden ist es der Unterschied zwischen einer Suche und einer Reaktion, wenn man ungefähr weiß, wo jemand ist, der plötzlich nicht mehr antwortet. Wer dorthin reist, will das in der Regel auch. Auf einer Reise in eine europäische Hauptstadt ist dieselbe Maßnahme reine Überwachung ohne Nutzen.

Den Datenschutz nehmen wir dabei ernst, denn eine Maßnahme, die still umgangen wird, schützt niemanden. Deshalb legen wir sie nach Risikostufe fest. Für die meisten Reisen Check-in-Regeln, bei denen der ausgebliebene Check-in selbst das Signal ist und die auch eingehalten werden. Dauerhafte Standortdaten nur dort, wo das Ziel es rechtfertigt, abgestimmt mit dem Betriebsrat und in der Richtlinie festgehalten. Und wo Standortdaten vorgehalten werden, ist Break the Glass meist die richtige Lösung. Der Standort bleibt für alle unsichtbar, bis ein definierter Notfall ihn freigibt, und jeder Zugriff wird protokolliert und ist nachprüfbar.

So aufgesetzt hält die Regelung dem Datenschutz stand und wird nicht nach einem halben Jahr stillschweigend abgeschaltet.

Weitere Leistungen

Medizinische Absicherung und Rettungsplanung

Medizinische Konzepte, Staffing-Planung und die vollständige MEDEVAC-Kette.

Mehr erfahren

Close Protection und Executive Protection

Schutzkonzepte, Advance Work und Führung, Low Profile aus der Planung.

Mehr erfahren

Risiko- und Bedrohungsanalyse

Länder- und Standortanalysen, Begehungen und Audits, die in Entscheidungen enden.

Mehr erfahren

Krisen- und Notfallmanagement

Krisenstrukturen mit benannten Rollen, vor der Übergabe geübt.

Mehr erfahren

Trainings und Briefings

Medizinische, HEAT- und Krisenausbildung, dazu Briefings und Workshops.

Mehr erfahren

Erst sprechen

Jedes Mandat beginnt mit einem vertraulichen Gespräch, und das ist kostenfrei. Beschreiben Sie den Einsatz und die Sorge dahinter. Wir sagen Ihnen, ob das die richtige Leistung ist, eine andere oder gar keine.

enquiries@foxpedition.com