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Medizinische Absicherung und Rettung

Wir beantworten eine Frage, die an vielen Einsatzorten unbeantwortet bleibt: Wenn sich hier jemand schwer verletzt, was passiert in den nächsten vier Stunden? Das heißt Versorgungsniveau vor Ort, Material und Medikamente dahinter, Evakuierungsweg, aufnehmende Klinik und die Person, die das alles auslösen darf. Unser Maßstab ist, dass eine verletzte Person versorgt und sicher wieder zu Hause ankommt.

Was die Arbeit umfasst

Das medizinische Konzept ist das Ergebnis. Es legt fest, welche medizinische Leistungsfähigkeit am Einsatzort vorgehalten wird. Maßgeblich dafür sind Entfernung und Zeit bis zur definitiven Versorgung. Die Berufsbezeichnung im Vertrag sagt darüber nichts. Ein Windpark zwei Stunden vor der Küste bei einem Seegang, der den Hubschrauber am Boden hält, braucht eine andere Antwort als ein Filmset vierzig Minuten außerhalb von Amman, auch wenn in beiden Ausschreibungen „ein Notfallsanitäter“ steht. Material- und Medikamentenliste leiten wir daraus ab, wir planen die MEDEVAC-Kette, also den Weg der medizinischen Evakuierung, durchgängig inklusive der Übergabepunkte, die nie geübt werden, und beschreiben das Staffing-Profil so genau, dass Sie danach einstellen und prüfen können.

Bei laufendem Betrieb beginnt dieselbe Arbeit meist als Abgleich zwischen Konzept und Wirklichkeit: was das Konzept verspricht, was physisch vor Ort ist, und was heute Nacht passieren würde.

Erst das Konzept, dann die Besetzung

Der häufigste Auftrag, den wir bekommen, lautet „stellen Sie uns einen Medic“. Der häufigste Fehler steckt schon in der Formulierung. Eine Person allein verändert wenig, solange nicht feststeht, wohin ein Patient gebracht wird, wer den Transport stellt, wer entscheidet und was an Material tatsächlich vor Ort ist.

Deshalb analysieren wir zuerst die Lage, entwickeln daraus das Konzept, klären die Logistik und besetzen erst danach. Das kostet manchmal eine Woche mehr und wirkt beim Einkauf wie ein Umweg. Im Ernstfall ist es der Unterschied zwischen jemandem, der arbeiten kann, und jemandem, der zusieht.

Wer vor Ort ausführt

Medizinische Versorgung ist reguliert und wird von Anbietern erbracht, die dort zugelassen sind, wo der Patient liegt. Wir stellen uns nicht zwischen Patient und Zulassung. Wir definieren den Standard, wählen den Anbieter danach aus, briefen die Medics und prüfen die Leistung nach. Ein Beleg, über den wir offen reden können, ist Medics on Tour. Der Betrieb läuft gemeinsam mit MediResponse, einem lizenzierten Advanced-Life-Support-Dienst. Zulassung, Fahrzeuge und medizinische Verantwortung liegen dort.

Lokale medizinische Teams kennen ihre aufnehmenden Kliniken, die Verfügbarkeit von Medikamenten und die realen Transportwege besser als jedes angereiste Team. Unsere Aufgabe ist, über alle Länder hinweg denselben Qualitätsstandard sicherzustellen: Auswahl nach denselben Kriterien, Briefing nach demselben Format, und eine Stelle, bei der die Verantwortung zusammenläuft.

Woran wir uns messen

QualifikationNotfallsanitäter (Deutschland) und Dipl. Rettungssanitäter HF (Schweiz), jeweils die höchste nichtärztliche Qualifikation im Rettungsdienst des Landes.
VersorgungsstandardsDie Versorgung folgt den Leitlinien von ERC und AHA in der Fassung von 2025, die am 22. Oktober 2025 gemeinsam erschienen sind und beide auf der Konsensarbeit des ILCOR beruhen. Für Bedrohungslagen gelten TCCC nach dem Committee on Tactical Combat Casualty Care und, im zivilen Umfeld, TECC nach dem C-TECC. Darüber hinaus arbeiten wir nach den etablierten Kursstandards für Trauma und internistische Notfälle, also PHTLS, ITLS und AMLS, weil sich ein Einsatz nicht darauf verlässt, welche Art von Notfall gerade eintritt. Daran messen wir auch die Anbieter, die wir auswählen und auditieren.
Remote- und ExpeditionsmedizinEin eigenes Fach mit eigenen Leitlinien, etwa den Clinical Practice Guidelines der Wilderness Medical Society und dem Diploma in Remote and Offshore Medicine der Faculty of Pre-Hospital Care am Royal College of Surgeons of Edinburgh. Entschieden wird hier nicht über die Diagnose allein, sondern über Verlegen oder Behandeln vor Ort, ohne Bildgebung und Labor im Rücken. Im Führungsteam liegen dafür einschlägige Qualifikationen und eine laufende Promotion, dazu Hochschullehre in der Gefahrenabwehr.
Offshore und MaritimBeide Umfelder folgen derselben Logik, weshalb wir sie zusammen planen. Die maßgebliche Planungsgröße verschiebt sich vom Weg zur Klinik auf das Wetterfenster, denn Seegang, Sicht und Windgrenzen entscheiden darüber, ob ein Hubschrauber überhaupt startet. Ein Konzept, das den Fall der ausbleibenden Luftrettung nicht durchgerechnet hat, ist unvollständig. Ebenso entscheidend ist die Rettung selbst, also wie eine verletzte Person von ihrem Arbeitsplatz an Höhe, im Turm oder unter Deck herausgebracht und übergeben wird, wie die Alarmierungskette verläuft und wie die Ersthelfer an Bord oder auf der Anlage dafür ausgebildet sind. Die Planung dieser Kette und ihre Erprobung in Übungen ist unser Beitrag und der wesentliche. Die Ausführung erfordert eine Mannschaft, in der Regel den Medic gemeinsam mit einem Höhenrettungsteam aus Technikern. Unsere Geschäftsführung arbeitet seit 2023 als Offshore-Paramedic, die Zugangs- und Sicherheitsausbildung folgt dem GWO-Standard. Auf der Schiffsseite setzt die Maritime Labour Convention 2006 den Rahmen. Standard A4.1 verlangt Bordapotheke, medizinische Ausstattung und einen medizinischen Leitfaden, jeweils nach Schiffstyp, Besatzungsstärke und Fahrtgebiet festgelegt und regelmäßig geprüft, dazu funkärztliche Beratung rund um die Uhr und für das Schiff kostenfrei, die in jedem Vertragsstaat über einen TMAS-Dienst bereitsteht.
Zeit bis zur definitiven VersorgungDie Planungsgröße, aus der alles andere folgt. Sie steht als Zahl im Konzept, mit den Annahmen und den Wetter- oder Tageslichtbedingungen, die sie kippen.
NachweiseDieses Register nennt die Standards, nach denen wir arbeiten. Die persönlichen Qualifikationen dahinter erhalten Klienten vollständig über einen verschlüsselten Kanal, prüfbar bei den ausstellenden Stellen.

Häufige Fragen

Arbeiten Sie nach der „golden hour“?

Nicht als Pauschalversprechen, weil die Evidenz das nicht trägt. Der Begriff geht auf R Adams Cowley in den siebziger Jahren zurück und wurde nie durch eigene Daten belegt. Eine systematische Übersichtsarbeit von Harmsen und Kollegen in der Zeitschrift Injury (2015) hat zwanzig Studien zum Zusammenhang zwischen präklinischer Zeit und Sterblichkeit ausgewertet. Für Traumapatienten insgesamt fand sich kein einheitlicher Zusammenhang. Wo Geschwindigkeit zählte, war das bei penetrierenden Verletzungen mit instabilem Kreislauf und beim schweren Schädel-Hirn-Trauma. Für alle anderen zählte Art und Qualität der Versorgung vor Ort, nicht die Transportgeschwindigkeit.

Entscheidender ist ohnehin, dass eine Stunde bis zur chirurgischen Versorgung in vielen Einsatzumgebungen gar nicht erreichbar ist. Offshore bei Sturm, nachts in der Fläche oder dort, wo das nächste geeignete Krankenhaus vier Stunden entfernt liegt, hilft kein Zielwert weiter.

Wir planen deshalb von der tatsächlichen Zeit aus und nicht von der gewünschten. Je länger die Strecke, desto mehr muss vor Ort möglich sein, desto früher muss die Entscheidung zur Verlegung fallen und desto genauer muss feststehen, wer sie trifft. Im Konzept steht die reale Zeit bis zur definitiven Versorgung, die Annahmen dahinter, und was daraus für Material, Qualifikation und Entscheidungspunkte folgt.

Was deckt einen entsandten Medic im Ausland rechtlich ab?

Drei Dinge, die einzeln zu prüfen sind und die keine Berufsbezeichnung mitbringt. Die Anerkennung der Qualifikation im Einsatzland. Eine benannte ärztliche Leitung, die die medizinische Verantwortung für die Verfahren trägt, nach denen eine nichtärztliche Kraft arbeitet, und die der Medic erreicht, wenn eine Entscheidung über seine Befugnis hinausgeht. Und die Berufshaftpflicht, die für Tätigkeiten außerhalb des gewohnten Rahmens fast immer eine gesonderte Erweiterung braucht.

Hat der Anbieter keine ärztliche Leitung, setzen wir sie auf. Ohne sie trägt in aller Regel weder die Haftung noch die Versicherung, und verschreibungspflichtige Medikamente lassen sich rechtmäßig nicht beschaffen. Wir arbeiten dafür mit ärztlichen Partnern im jeweiligen Land.

Getrennt davon steht der Transport von Betäubungsmitteln über Grenzen. Die Regeln sind auf Einzelpersonen mit eigener Verordnung zugeschnitten, nicht auf ein Team mit Gruppenvorrat. Das klären wir vor der Entsendung, nicht am Zoll.

Können Sie uns einfach einen Medic stellen?

Wir können einen vermitteln und tun das oft. Allein hilft das selten. Was wirkt, ist die ganze Kette aus Konzept, Material und Ausrüstung, abgestimmter aufnehmender Klinik, Transportweg und den Menschen, die ihn betreiben. Ein Medic ohne diese Kette ist die Person, der ein Ergebnis angelastet wird, das vor seiner Ankunft feststand. Deshalb kommt das Konzept zuerst, auch wenn das eine Woche dauert.

Unsere Versicherung deckt die medizinische Evakuierung ab. Warum das noch planen?

Die Police deckt Kosten, die Assistance organisiert das Flugzeug. Keine von beiden holt den Patienten von der Plattform, aus dem Tunnel oder vom Wüstencamp zum Flugfeld. Genau dieser erste Abschnitt entscheidet über den Ausgang, und wer ihn übernimmt, ist je nach Umfeld sehr unterschiedlich geregelt. Offshore steht er in aller Regel im Vertrag, mit benanntem Hubschrauberbetreiber und definierten Wettergrenzen. Auf See übernimmt in den meisten Fällen SAR oder die Küstenwache, also eine Stelle, die Sie nicht beauftragen und deren Verfügbarkeit vom Seegebiet und von der Lage abhängt. An Land und in abgelegenen Projekten ist er dagegen häufig überhaupt nicht geregelt, und dort entsteht die Lücke.

Für den zweiten Abschnitt, also die Verlegung über Distanz und die Rückholung, lohnt die Frage nach der Akkreditierung des Betreibers. CAMTS ist der Maßstab in Nordamerika, EURAMI der in europäischen und internationalen Repatriierungsnetzen, mit getrennten Akkreditierungen für Starrflügler, Hubschrauber und die medizinische Begleitung auf Linienflügen. Für den ersten Abschnitt von einer Anlage oder einem Schiff sagen diese Akkreditierungen dagegen wenig aus, weil dort der Vertrag mit dem Hubschrauberbetreiber, die SAR-Zuständigkeit im Seegebiet und die Wettergrenzen entscheiden.

Können Sie einen Medic in ein Close-Protection-Team integrieren?

Ja. Das ist eine andere Rolle als die stationäre Absicherung an einem Einsatzort. Der Medic bewegt sich mit dem Principal, führt wenig sichtbares Material mit und darf die Arbeit des Teams nicht behindern. TCCC gehört zu seinem Handwerk, greift als alleinige Ausbildung aber zu kurz. Wer nur auf Verwundungsmuster trainiert ist, steht still, wenn der Principal einen Herzinfarkt bekommt, allergisch reagiert oder seine Dauermedikation nicht dabei hat. Wir planen die Rolle entsprechend breit und greifen für die Bewegung je nach Lage auf zivile, verdeckte oder gepanzerte Rettungsfahrzeuge samt Personal zurück.

Machen Sie auch Veranstaltungen?

Ja, als Konzept und Führung. Sanitätsdienstliche Absicherung ist mehr ein Staffing- und Führungsproblem als ein medizinisches: wie viele Einheiten, wo positioniert, unter wessen Leitung, mit welchem Rettungsweg, wenn 40.000 Menschen zwischen Patient und Tor stehen. Dazu die Abstimmung mit allen Beteiligten, also Veranstalter, Behörden, Rettungsdienst, Feuerwehr, Polizei und Ordnungsdienst, mit gemeinsamen Kommunikationswegen, die auch dann tragen, wenn das Mobilfunknetz überlastet ist.

Die Kräfte bemessen wir nach einem anerkannten Verfahren, das die Laufwege auf dem Gelände berücksichtigt und nicht nur die Gesamtzahl. Welches Verfahren wir nutzen und mit welchen Annahmen, steht im Konzept. Die behandelnden Einheiten sind lokal und zugelassen.

Weitere Leistungen

Travel Risk Management und Duty of Care

Travel-Risk-Programme nach ISO 31030, von der Freigabeschwelle bis zur Eskalation.

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Personenschutz und Close Protection

Schutzkonzepte, Advance Work und Führung, Low Profile aus der Planung.

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Risiko- und Bedrohungsanalyse

Länder- und Standortanalysen, Begehungen und Audits, die in Entscheidungen enden.

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Krisen- und Notfallmanagement

Krisenstrukturen mit benannten Rollen, vor der Übergabe geübt.

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Trainings und Briefings

HEAT, medizinische und Krisenausbildung, aufgebaut auf dem realen Einsatz.

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Erst sprechen

Jedes Mandat beginnt mit einem vertraulichen Gespräch, und das ist kostenfrei. Beschreiben Sie den Einsatz und die Sorge dahinter. Wir sagen Ihnen ehrlich, ob das die richtige Leistung ist, eine andere oder gar keine.

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