Close Protection und Executive Protection
Wir planen und steuern Personenschutz. Das beginnt mit einem ehrlichen Lagebild, endet mit einer Bewegungsplanung, die sich im Alltag auch wirklich durchhalten lässt, und lässt die sichtbare Inszenierung weg, die das Profil eines Principals, also der zu schützenden Person, hebt.
Was die Arbeit umfasst
Die meisten Anfragen erreichen uns als Bedarf an Personal, meist Close- oder Executive-Protection-Kräfte und Fahrer. Wir setzen einen Schritt früher an und fragen, worin die Bedrohung besteht. Ein benannter Gegner, ein Profil, das aus der Familie kommt, eine Exponierung durch eine Veranstaltung, die Social-Media-Präsenz eines Familienmitglieds oder das Unbehagen eines Aufsichtsrats. Die Antwort verändert das gesamte Konzept. Von da an besteht die Arbeit aus Advance Work, der Vorauserkundung von Veranstaltungsorten und Routen, aus Objektbewertung, Bewegungs- und Reiseplanung, Kommunikations- und Eskalationsprotokoll sowie Auswahl und Briefing des ausführenden Teams.
Low Profile entsteht in der Planung, in der Wahl der Route, der Fahrzeuge und der Uhrzeit. Wo ein Team sichtbar ist, schreckt diese Sichtbarkeit etwas Bestimmtes ab, und wir sagen, was.
Prävention ist der größere Teil
Guter Personenschutz besteht zum größten Teil darin, dass der Alltag des Principals läuft. Dass Termine halten, dass die Anfahrt zur Uhrzeit passt, dass das Vorzimmer weiß, was wann geplant ist, dass die Übergabe zwischen Fahrer, Team und Assistenz ohne Rückfragen funktioniert.
Wer das sauber macht, verhindert die meisten Lagen, bevor sie entstehen, und entscheidet damit, ob der Principal das Team als Entlastung erlebt oder als Aufpasser. Deshalb planen wir den Tagesablauf mit. Unsere Aufgabe ist, dass der Terminplan hält, und das ist eine Frage von Planung und Verfahren. Realistische Fahrzeiten, Routen, die vorher gefahren wurden, und ein Vorzimmer, das von einer Änderung vor dem Principal erfährt.
Wer vor Ort ausführt
Das Personal stellen lizenzierte lokale Unternehmen, ausnahmslos von uns geprüft und aus unseren eigenen Netzwerken. Wir wählen den Dienstleister aus, prüfen Erlaubnis und Versicherungsschutz, briefen das Team auf unseren schriftlichen Standard, machen die Advance Work und auditieren die Leistung.
Ein Team, das in der Stadt lebt, weiß, welche Straße zum Gebet gesperrt wird, welcher Hoteleingang beobachtet ist und welcher Polizeikontakt abnimmt. Unsere Aufgabe ist, über alle Länder hinweg denselben Standard zu halten, also ein Auswahlmaßstab, ein Briefingformat und ein Name, der geradesteht. Wo unsere eigenen Leute operativ arbeiten, tun sie das unter dem lizenzierten Prime, also dem Unternehmen, das die Erlaubnis im jeweiligen Land hält, und nicht an ihm vorbei.
Das Briefing ist dabei nicht nur Qualitätssicherung. Arbeiten Beschäftigte mehrerer Arbeitgeber an einem Ort, trifft die Pflicht zur Abstimmung der Schutzmaßnahmen auch Sie, ebenso die Vergewisserung, dass die Kräfte des Dienstleisters angemessen unterwiesen sind. Dieser Grundsatz steht im Arbeitsschutzrecht der meisten Länder, in denen wir arbeiten, und in der ISO 45001 für alle, die danach zertifiziert sind. Genau diesen Nachweis führen wir und übergeben ihn Ihnen.
Woran wir uns messen
Wo gespart wird
Zuerst fällt der Vorlauftag weg, weil er im Angebot wie Vorbereitung auf etwas aussieht, das vielleicht nie eintritt. Dann wird Personal nach Kopfzahl und Tagessatz eingekauft, wobei zwei günstige Kräfte mit der falschen Ausbildung teurer sind als eine, die die Arbeit kennt. Dann der Fahrer, die folgenreichste Rolle in den meisten Teams und die, die am häufigsten mit dem besetzt wird, was das Hotel schickt. Und die Versicherung, bestätigt durch ein Zertifikat auf einer Website, ohne dass jemand in der Police nachliest, ob sie dieses Mandat trägt, in diesem Land, mit diesem Personal.
Wer Angebote vergleicht, sieht davon nichts. Sichtbar wird es im Vorfall, wenn es keine Entscheidung mehr ist.
Häufige Fragen
Braucht unser Personenschutzteam einen Medic?
In den meisten Mandaten ja, und es lohnt sich zu wissen, wofür diese Person wirklich da ist. Schweres Trauma ist der seltenste Fall für einen Medic im Team. Was vorkommt, sind Herzinfarkt, allergische Reaktion, ein Sturz oder ein Principal, dessen Dauermedikation in einem anderen Land liegt. Wer nur auf Verwundungsmuster trainiert ist, steht bei allen vier still.
Übersehen wird meist, was hinter dieser Person stehen muss. Ein Medic ohne benannte ärztliche Leitung arbeitet ohne die Stelle, die die medizinische Verantwortung für seine Verfahren trägt, die die Beschaffung verschreibungspflichtiger Medikamente überhaupt erst ermöglicht und die er erreicht, wenn eine Entscheidung über seine Befugnis hinausgeht. Ohne sie führt er entweder zu wenig mit, um zu helfen, oder etwas, wofür ihm die Grundlage fehlt. Beides fällt im Ernstfall auch auf Sie zurück. Wir setzen die ärztliche Leitung auf, binden sie an das Land oder das Fahrtgebiet und richten die telemedizinische Erreichbarkeit ein.
Close Protection oder Executive Protection, wo ist der Unterschied?
In der Sache keiner, nur in der Herkunft des Begriffs. Nordamerikanische Klienten sagen meist Executive Protection, britische und südafrikanische Close Protection, gemeint ist dieselbe Arbeit. Wo es wirklich einen Unterschied gibt, liegt er im Mandat, also darin, ob es um eine dauerhafte Begleitung einer Person geht, um eine einzelne Reise oder um eine Lösung für Objekt und Familie. Danach fragen wir.
Wir hätten gern bewaffneten Personenschutz. Geht das in Deutschland?
Selten, und fast nie kurzfristig. Klienten aus den USA oder dem Nahen Osten sind bewaffneten Schutz gewohnt und gehen davon aus, dass es in Deutschland vergleichbar geregelt ist. Das ist nicht der Fall.
Der Waffenschein nach § 28 WaffG ist keine Unternehmenslizenz. Das Bedürfnis muss für einen konkreten Bewachungsauftrag glaubhaft gemacht werden, der sich auf eine bestimmte gefährdete Person im Sinne des § 19 WaffG oder ein bestimmtes gefährdetes Objekt bezieht, und eine allgemeine, aufs Unternehmen bezogene Erlaubnis sieht das Gesetz ausdrücklich nicht vor. Geführt werden darf die Waffe nur bei der tatsächlichen Durchführung genau dieses Auftrags. Für jede einzelne Wachperson muss die Behörde der Überlassung vorher zustimmen, und sie muss die Zustimmung versagen, wenn die Haftpflichtversicherung des Unternehmens den Umgang mit Schusswaffen durch Wachpersonen nicht abdeckt. Dass die Behörde die Gefährdung der Person anerkennt, ist dabei die eigentliche Hürde und nicht die Formalien.
Für einen Besuch über wenige Tage ist das in der Regel nicht zu schaffen. Was in der Branche stattdessen passiert, sollten Sie kennen, bevor es Ihnen angeboten wird. Der Auftrag wird angenommen, und es kommen Leute, deren waffenrechtliche Erlaubnis auf einen ganz anderen Auftrag ausgestellt ist, oft Personal aus dem Geld- und Werttransport, das Personenschutz nicht gelernt hat. Das trägt weder rechtlich noch fachlich, und die Folgen treffen im Ernstfall Sie.
Dazu kommt, dass es in den meisten Fällen sachlich nicht nötig ist. Die Lage in Deutschland verlangt es selten, und eine sichtbar bewaffnete Begleitung hebt genau das Profil an, das ein Schutzkonzept senken soll. Wir sagen das vorher und planen so, dass die Waffe nicht das tragende Element ist. Wo ein Mandat sie wirklich braucht, läuft es über einen Anbieter mit einer Erlaubnis für genau diesen Auftrag, mit dem nötigen Vorlauf.
Was sagt eine Lizenz über einen Anbieter aus?
Weniger, als die meisten annehmen, und über Qualität gar nichts. Eine Lizenz hält fest, dass jemand ein Minimum erfüllt hat und zuverlässig genug für das Gewerbe befunden wurde. In einem Land ist dieses Minimum eine schriftliche Prüfung mit Zuverlässigkeitsüberprüfung, im nächsten ein kurzer Lehrgang ohne Prüfung, und an einigen Orten, an denen unsere Klienten arbeiten, gibt es überhaupt keine Zulassungspflicht. Selbst die strengste sagt nichts darüber, ob die Kraft, die zu Ihnen kommt, etwas taugt.
Kaufen Sie deshalb nicht nach der Lizenz, sondern nach dem, was sich unabhängig prüfen lässt. Wir sehen uns drei Dinge an. Die Eintragung des Anbieters im nationalen Register, sofern es eines gibt, weil sie zeigt, dass überhaupt jemand die Zuverlässigkeit geprüft hat. Die tatsächliche Versicherungsdeckung, gemessen am konkreten Mandat. Und was die eingesetzten Personen zuletzt wirklich geübt haben, was als einziges der drei etwas über die Leistung aussagt.
Bei größeren Mandaten, und immer bei Projekten mit Finanzierung durch eine Entwicklungsbank, kommt die menschenrechtliche Sorgfaltsprüfung dazu. Sie fragt, ob der Anbieter dokumentiert nachvollziehen kann, dass seine Leute nicht in frühere Übergriffe verwickelt waren, und ob es Regeln zum Einsatz von Gewalt und einen Beschwerdeweg gibt. Das Ergebnis legen wir Ihnen schriftlich vor.
Wir brauchen nur zwei Kräfte für eine Woche. Müssen wir die Planung mitkaufen?
Manchmal nicht. Wenn es wirklich um kurze Präsenz mit niedriger Bedrohung an einem bekannten Ort geht, sagen wir das, vermitteln einen geprüften lokalen Anbieter und halten uns heraus. Planung berechnen wir dort, wo Planung das Ergebnis verändert, und wir sagen Ihnen lieber, dass sie es nicht tut, als sie trotzdem zu verkaufen.
Warum muss das Team schon einen Tag vor uns vor Ort sein?
Weil alles, was einen Besuch tragen lässt, vorher entschieden wird. Die Orte aus dem Kalender werden begangen, die Routen zu der Uhrzeit gefahren, zu der sie später wirklich gefahren werden. Der Sicherheitsdienst des Hotels wird gebrieft, das nächste geeignete Krankenhaus wird ermittelt und seine Aufnahmebereitschaft bestätigt, und die Fahrer werden persönlich getroffen.
Dieser Tag ist die günstigste Risikominderung im ganzen Mandat. Wo er gestrichen wird, verbringt das Team den Besuch damit, auf ein Gebäude zu reagieren, das es zum ersten Mal sieht.
Wie bleibt das diskret?
Indem wir entlang des normalen Musters des Principals planen statt darum herum. Fahrzeuge, die ins Umfeld passen, Kräfte, die in den Raum passen, Anfahrten, die sich nicht ankündigen, und keine Kolonne, wo ein Fahrzeug sicherer ist. Diskretion entsteht vor der Ankunft, in genau diesen Entscheidungen.
Arbeiten Sie mit einem bestehenden Team zusammen?
Oft. Ein Family Office mit eigenem Team braucht in der Regel eine externe Bewertung, einen besseren Advance-Prozess und Unterstützung für Reisen außerhalb des Heimatlandes, keinen Ersatz.
Weitere Leistungen
Travel Risk Management und Duty of Care
Travel-Risk-Programme nach ISO 31030, von der Freigabeschwelle bis zur Eskalation.
Mehr erfahrenMedizinische Absicherung und Rettungsplanung
Medizinische Konzepte, Staffing-Planung und die vollständige MEDEVAC-Kette.
Mehr erfahrenRisiko- und Bedrohungsanalyse
Länder- und Standortanalysen, Begehungen und Audits, die in Entscheidungen enden.
Mehr erfahrenKrisen- und Notfallmanagement
Krisenstrukturen mit benannten Rollen, vor der Übergabe geübt.
Mehr erfahrenTrainings und Briefings
Medizinische, HEAT- und Krisenausbildung, dazu Briefings und Workshops.
Mehr erfahrenErst sprechen
Jedes Mandat beginnt mit einem vertraulichen Gespräch, und das ist kostenfrei. Beschreiben Sie den Einsatz und die Sorge dahinter. Wir sagen Ihnen, ob das die richtige Leistung ist, eine andere oder gar keine.
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